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20.09.2021, 19:02 Uhr
Abschied aus der aktiven Politik

Wolfgang Heinberg legt Ratsmandat und politische Ämter zum Jahresende 2021 nieder

„Ich habe mich über 25 Jahre mit großer Leidenschaft in die Kommunalpolitik meiner Heimatstadt eingebracht – als Stadtverordneter, als Mitglied im Fraktionsvorstand und davon rund 14 Jahre in der vordersten Linie der Fraktion, als Kreisvorsitzender der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA), als Vorsitzender meiner Ortsunion in Heßler und im CDU-Kreisvorstand. Ich habe in den letzten Monaten gemerkt, dass mir die notwendige Leidenschaft, die man unbedingt für ein Ehrenamt in der Kommunalpolitik braucht, schrittweise verloren gegangen ist. Ich mache dies nicht an einzelnen Ereignissen oder Entwicklungen fest – es war ein sehr persönlicher Prozess mit einer Entscheidung, die sich über mehrere Monate entwickelt hat“, so beschreibt Wolfgang Heinberg (60) seinen Entschluss, zum 31.12.2021 seine politischen Ämter und politischen Mandate insgesamt niederzulegen und sich aus der aktiven Politik zurückzuziehen.
 

Mit Wolfgang Heinberg verabschiedet sich zum Jahresende ein Kommunalpolitiker aus der aktiven Politik „in der ersten Reihe“, der für die politischen Mitbewerber immer auch „Reizfigur mit klarer CDU-Kante“ war und der in mancher Ratsdebatte den Abstand und die Differenzen der demokratischen Fraktionen gegenüber den Rechtsaußen wie Linksaußen im Rat formulierte und sich auch über viele Jahre für die CDU-Kreispartei und die CDU-Ratsfraktion in der Demokratischen Initiative engagierte.
 

Für den gelernten Erzieher und Sozialarbeiter Wolfgang Heinberg stand das Thema Jugend-, Familien- und Sozialpolitik nicht nur zu Beginn seiner politischen Arbeit ganz oben auf der politischen Agenda. Über die Jahre kamen dann die Themen Integration, Sicherheit und Ordnung sowie sein Engagement für eine moderne Verkehrs- und Mobilitätspolitik hinzu. Wolfgang Heinberg: „Wie verschaffe ich Kindern und Jugendlichen bestmögliche Startchancen ins Leben? Wie mache ich Familien und Eltern so stark, dass sie ihrem Erziehungsauftrag auch in schwierigen Situationen gerecht werden können? Wie buchstabiert man das Thema soziale Gerechtigkeit in der Kommunalpolitik und wie bringen wir die Themen Sicherheit, Ordnung, Integration, Klimaschutz, Mobilität, Individualität und Freiheit politisch-gestalterisch vor Ort zusammen? Ich konnte zwischen 1999 und 2004, in der Zeit als Oliver Wittke unser Oberbürgermeister war und ich viel von ihm und unserem damaligen Fraktionschef Gerd Schulte lernen durfte, erste politische Entscheidungen mit vorbereiten und mit prägen - gemeinsam mit unserem damaligen politischen Bündnispartner, den Grünen, und oft gegen den Widerstand der SPD. Manche politischen Weichen sind bis heute ein Stück weit prägend für das politische Gelsenkirchen und für die Zusammenarbeit von Verwaltung und freien Trägern. Zurückblickend kann ich heute sagen: Gelsenkirchen braucht Politikerinnen und Politiker, die mit Herz, Sachverstand und Leidenschaft Ziele formulieren und die bereit sind, auch mutige Entscheidungen zu treffen und unbequeme Themen anzugehen.“

 

Neben vielfältigen Funktionen in Fraktion und Kreispartei war Wolfgang Heinberg auch viele Jahre z.B. Mitglied der Gremien der Sparkasse Gelsenkirchen, der Stadtwerke, der örtlichen Arbeitsagentur und des örtlichen Jobcenters – und er konnte für seine CDU und die Stadt Gelsenkirchen u.a. auch Akzente im Westfalenparlament des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe und in den Gremien des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr setzen. Wolfgang Heinberg: „Ich bin dankbar für die vergangenen 25 Jahre, weil ich im Rahmen meiner Mandatstätigkeit viele spannende Menschen kennenlernen durfte. Ein paar haben mich geprägt – Johannes Delmeré, Günther Brückner, Oliver Wittke, Gerd Schulte oder auch Wolfgang Meckelburg. Mit ganz wenigen politischen Wegbegleiterinnen und Wegbegleitern verbindet mich eine echte persönliche Freundschaft über die Politik und die CDU hinaus – die, die ich meine, wissen, wen ich meine. An manche Menschen, Ereignisse und Begegnungen erinnere ich mich gerne, weil diese Begegnungen grundsätzlich von Fairness geprägt und wir auch über Parteigrenzen hinweg durch gemeinsame politische Grundhaltungen miteinander verbunden waren, sind und bleiben – ich denke da u.a. an Frank Baranowski und an ein paar „grüne Freundinnen und Freunde“ (auch hier wissen die, die ich meine, wen ich meine!). Und ich durfte Menschen kennenlernen, die mich durch die Art und Weise, wie sie sich engagieren, immer beeindruckt haben – dies gilt in ganz besonderer Weise für Judith Neuwald-Tasbach, die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde in Gelsenkirchen, aber auch z.B. für Pater Anno von den Amigonianern.“
 

Den 31. Dezember 2021 hat Wolfgang Heinberg ganz bewusst als Datum für seinen Abschied aus der aktiven Politik gewählt: „Ich möchte noch an den Haushaltsberatungen in meiner Heimatstadt und beim LWL für 2022 teilnehmen und mich inhaltlich einbringen. Und dann beginnt eine Zeit, auf die ich mich schon heute freue! Ich werde mich weiter in der Stadt engagieren, denn Zukunft für unsere Stadt zu gestalten ist nicht nur Aufgabe gewählter Mandatsträgerinnen und Mandatsträger. Wir alle haben Verantwortung und wir sind aufgefordert, unsere Heimatstadt und unser gesellschaftliches Miteinander mitzugestalten. Ich habe dies 25 Jahre lang in besonderer Weise und an besonderer Stelle machen dürfen – dafür bin und bleibe ich dankbar!“
 

„Wir bedauern diesen Schritt von Wolfgang Heinberg“, ergänzt der Kreis- und Fraktionsvorsitzende der CDU Gelsenkirchen, Sascha Kurth. „Mit Wolfgang Heinberg verlieren die vielen engagierten CDUler in Gelsenkirchen einen aktiven kommunalpolitischen Mitstreiter, der immer sein Wort gemacht hat, leidenschaftlich für die Interessen der Menschen gekämpft hat und der durch seine jahrzehntelange Erfahrung nicht nur die Klaviatur über die gesamte thematische Breite spielen konnte, sondern auch zur Kontinuität unserer Arbeit maßgeblich beigetragen hat. Dabei hat er auch nie die Entwicklung neuer Ideen und die Förderung neuer Köpfe aus dem Auge verloren. Wolfgang Heinberg verdient nicht nur unseren Dank für sein Engagement über Jahrzehnte, sondern auch unseren Respekt für seine aktuelle Entscheidung. Wenn die Leidenschaft schleichend nachlässt, ist es kein leichter Schritt, ist es eine Entscheidung, an der viele andere gescheitert sind, den Weg zu gehen und den richtigen Zeitpunkt für das politische Karriereende selbst zu wählen. Deshalb respektieren wir die Entscheidung und freuen uns, Wolfgang Heinberg auch weiterhin als Ratgeber und Weggefährten in den Reihen unserer CDU zu haben“, so Kurth weiter.