CDU Kreisverband Gelsenkirchen

CDU Sommerempfang: 240 Gäste setzen Zeichen für Rechtsstaat, Erinnerung und Zusammenhalt

Minister Herbert Reul in Gelsenkirchen

Gelsenkirchen. Rund 240 Gäste aus Politik, Verwaltung, Gesellschaft und Ehrenamt sind am Dienstagabend zum Sommerempfang der CDU Gelsenkirchen in den Wissenschaftspark gekommen. Im Mittelpunkt des Abends standen die Bedeutung eines starken Rechtsstaates, die politische Verantwortung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Verleihung des CDU Bürgerpreises 2026 an das Gelsenzentrum. Ehrengast und Gastredner war Nordrhein Westfalens Innenminister Herbert Reul.

Musikalisch eröffnet wurde der Empfang durch Mihajlo Dincic, der mit seiner Gitarre für die Begleitung des Abends sorgte.

Anschließend blickte der Vorsitzende der CDU Ratsfraktion, Sascha Kurth, auf die kommunalpolitische Entwicklung seit der vergangenen Kommunalwahl zurück. Dabei machte er zugleich deutlich, wie sehr Gelsenkirchen von politischen Entscheidungen des Landes profitiert. Als Beispiel nannte Kurth insbesondere die Altschuldenlösung, die hoch verschuldeten Kommunen wie Gelsenkirchen neue finanzielle Handlungsspielräume eröffnet.

Innenminister Herbert Reul stellte anschließend die Bedeutung des Rechtsstaates in den Mittelpunkt seiner Rede. Er machte deutlich, dass die demokratische Mitte viel selbstbewusster und sichtbarer für den Rechtsstaat eintreten müsse. Zugleich blickte Reul auf seine inzwischen neunjährige Tätigkeit als Innenminister Nordrhein Westfalens zurück und berichtete über die Herausforderungen und Entwicklungen der Innenpolitik in dieser Zeit. Sein Appell: Probleme müssen klar benannt und konsequent angegangen werden, wenn Politik Vertrauen erhalten oder zurückgewinnen will.

Einen weiteren Höhepunkt bildete die Verleihung des CDU Bürgerpreises 2026 an das Gelsenzentrum, das beim Empfang durch die Eheleute Jordan vertreten wurde. Bürgermeister Werner Wöll würdigte in seiner Laudatio das Engagement des Vereins für die regionale Kultur und Zeitgeschichte und insbesondere für die Erinnerungskultur in Gelsenkirchen.

CDU Kreisvorsitzender Hobie Fischbach stellte seine Rede angesichts des Datums des Empfangs auch in einen historischen Zusammenhang. Der 1. September markiert den deutschen Überfall auf Polen im Jahr 1939 und damit den Beginn des Zweiten Weltkriegs. Fischbach erinnerte an die Schrecken der nationalsozialistischen Herrschaft und verband diese Erinnerung mit einem eindringlichen Appell, Demokratie und Rechtsstaat auch heute nicht als selbstverständlich hinzunehmen.

Mit Blick auf aktuelle politische Entwicklungen, insbesondere die bevorstehende Landtagswahl in Sachsen Anhalt und die Stärke der AfD, warnte Fischbach vor einer zunehmenden Verrohung der politischen Auseinandersetzung. Politik und Demokratie lebten davon, dass Menschen Verantwortung übernehmen und sich dafür einsetzen, dass Staat und Gesellschaft funktionieren. „Demokratie lebt nicht vom Zuschauen. Sie lebt von Menschen, die Verantwortung übernehmen, die Probleme offen benennen und gleichzeitig respektvoll miteinander umgehen. Wir dürfen schwierigen Entwicklungen nicht ausweichen. Gerade dann müssen wir zeigen, dass unser demokratischer Rechtsstaat funktioniert und dass Politik konkrete Lösungen liefern kann“, erklärte Fischbach.

Für Nordrhein Westfalen zog der Kreisvorsitzende eine positive Bilanz. Mit Ministerpräsident Hendrik Wüst sei der richtige Weg eingeschlagen worden. Fischbach verwies dabei auf Fortschritte in der Bildungs, Wirtschafts und Innenpolitik und machte zugleich deutlich, dass auch weiterhin konkrete Herausforderungen vor Ort gelöst werden müssten. In diesem Zusammenhang erinnerte er Innenminister Reul ausdrücklich an die weiterhin vakante Stelle an der Spitze des Polizeipräsidiums Gelsenkirchen und warb für eine zeitnahe Lösung.

Auch die jüngsten politischen Auseinandersetzungen in Gelsenkirchen griff Fischbach auf. Die Abwahl von Norbert Emmerich als Zweitem Bürgermeister bezeichnete er als Konsequenz aus den wiederholten Entgleisungen der AfD. Gleichzeitig mahnte der CDU Kreisvorsitzende dazu, trotz aller politischen Unterschiede respektvoll miteinander umzugehen und eine klare Sprache nicht mit persönlicher Herabwürdigung zu verwechseln. „Offenes Visier bedeutet für mich: Wir sprechen die Dinge an, die die Menschen bewegen, ohne herumzureden. Wir verschweigen keine Probleme, aber wir bieten Lösungen an. Ich bin überzeugt, dass wir auch Menschen zurückgewinnen können, die ihr Vertrauen in die CDU verloren haben. Dafür müssen wir zuhören, klar sein und zeigen, dass wir handeln“, so Fischbach.

Im Anschluss an die Reden und die Preisverleihung nutzten die über 200 Gäste die Arkaden des Wissenschaftsparks für zahlreiche Gespräche und Begegnungen. „Dieser Abend hat gezeigt, wie viele Menschen in unserer Stadt Verantwortung übernehmen. Menschen aus Politik, Verwaltung, Vereinen, Verbänden und Ehrenamt miteinander ins Gespräch zu bringen, ist genau das, was wir mit unserem Sommerempfang erreichen wollen. Über die große Resonanz und die vielen Gäste haben wir uns als CDU Gelsenkirchen sehr gefreut“, zieht Fischbach ein positives Fazit.